Kevelaerer Kreuzweg: Schlussgebete

Schlußgebet.

Dank Dir, göttlicher Heiland, aus der Tiefe meiner Seele, daß Du mich gewürdigt hast, Dir auf Deinem martervollen Kreuzwege zu folgen. O laß doch die Früchte dieser Andacht an mir nicht wieder verloren gehen. Laß mich die hl. Geheimnisse Deines bitteren Leidens und Sterbens immer mehr erkennen, und auch oft in Reue beherzigen, daß meine Sünden Dir die vielen blutigen Wunden und die namenlosen Schmerzen bereitet haben, und ich durch Rückfall in Sünden Dich von neuem kreuzigen würde. Amen.

Gebet um die Fürbitte der schmerzreichen Mutter.

Wir bitten Dich, o Herr Jesus Christus, es möge bei Deiner Barmherzigkeit die seligste Jungfrau Maria, Deine Mutter, deren geheiligte Seele in der Stunde Deines Leidens das Schwert des Schmerzes durchbohrt hat, jetzt und in der Stunde unseres Todes unsere Fürsprecherin sein: durch Dich, Jesus Christus, Erlöser der Welt, der Du mit dem Vater und dem heiligen Geiste lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

[Quelle: Via dolorosa! Schmerzensweg unseres Herrn oder Kreuzwegbüchlein nebst Andacht zu den sieben Schmerzen Mariä, besonders zum Gebrauche der Pilger in Kevelaer. Von Professor Dr. Bernh. Schäfer; Kevelaer 1911; S. 28]

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Kevelaerer Kreuzweg: 14. Station

Vierzehnte Station.

Der Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt.

V. Wir beten Dich an, Herr Jesus, und preisen Dich!

R. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöset.

Betrachtung. Zur Bestattung ihres Meisters hatten sich außer Joseph von Arimathäa und Nikodemus auch die frommen Frauen eingefunden, und seine Leintücher samt kostbaren Spezereien mitgebracht, in die sie den teuren Leichnam Jesu einhüllten. Derselbe wurde einem neuen Felsengrabe anvertraut, das dem Joseph von Arimathäa gehörte. Derjenige, der als Kind in der Krippe lag, ruht jetzt im Grabe eines Reichen. „Sein Grab wird glorreich sein“, hat der Prophet von ihm vorhergesagt. Welch schmerzliches und andächtiges Leichenbegängnis! Wie bitter wird das Scheiden vom Grabe für die Lieben und Getreuen!

Anmutung. O Christ, sinke an der Brust deines Erlösers in Andacht nieder und denke, daß derselbe Heiland in deinem Herzen wie in einem Grabe bei der hl. Kommunion Platz genommen. Hast du es ihm auch ganz und ungeteilt geschenkt? Denke ferner an dein Grab, worin dein Leib vielleicht schon bald gesenkt wird. Dahin wirst du nichts mitnehmen, als ein armseliges Totenkleid. Aber glorreich auferstehen wirst du aus ihm, wie Jesus, wenn du Jesum liebst und nicht die Welt mit ihrer bösen Lust. Begrabe, was du von Natur aus bist, und laß mit Christus auferstehen einen neuen durch die Gnade wiedergeborenen Menschen. Lebst und leidest du mit deinem göttlichen Erlöser, so wirst du auch mit ihm verherrlicht werden.

Gebet. O Du mein unschuldigster Heiland! Ich will meinen Leib, den Tempel des hl. Geistes, nicht entweihen, damit er der glorreichen Auferstehung wert sei. Ich will Dein sein, Dein ganz allein. Für alles, was Du von der ersten Stunde Deines bitteren Leidens bis zum Ende für mich getan, opfere ich Dir mein Herz und meinen Willen. Verfüge über mich, wie Du willst. Recht oft will ich Dich in Brotsgestalt in mein Herz aufnehmen, in ein gereinigtes, reumütiges Herz, wie Dein hl. Leichnam in einem reinen neuen Grabe ruhte. Verleihe mir, o Jesus, die Gnade, daß ich nicht sterbe, ohne Dich als hl. Wegzehrung für den verhängnisvollen Schritt in die Ewigkeit empfangen zu haben, damit wie Dein Grab auch das meinige einst glorreich sein könne. Amen.

V. Gekreuzigter Herr Jesus!

R. Erbarme Dich unser.

Barmherzigkeit, mein Jesus!

Trösterin der Betrübten, Mutter Gottes Maria, bereite mein Herz zu einer Ruhestätte für Jesus und laß ihn in mir und mich in ihm ruhen.

„Heilige Mutter, drück die Wunden,
Die Dein Sohn für mich empfunden,
Tief in meine Seele ein.“

Süßes Herz Mariä, sei meine Rettung! (300 Tage Ablaß.)

Vater unser … Gegrüßet seist Du …

[Quelle: Via dolorosa! Schmerzensweg unseres Herrn oder Kreuzwegbüchlein nebst Andacht zu den sieben Schmerzen Mariä, besonders zum Gebrauche der Pilger in Kevelaer. Von Professor Dr. Bernh. Schäfer; Kevelaer 1911; S. 26-27]

Kevelaerer Kreuzweg: 13. Station

Dreizehnte Station.

Jesus wird vom Kreuze abgenommen und seiner hl. Mutter in den Schooß gelegt.

V. Wir beten Dich an, Herr Jesus, und preisen Dich!

R. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöset.

Betrachtung. Betrachte, o christliche Seele, wie die treuen Jünger Johannes, Joseph von Arimathäa und Nikodemus den Leichnam Jesu vom Kreuze nahmen und in Maria’s Schoß legten. Betrachte die Mutter in ihren Schmerzen beim Anblick des Verblichenen. Gräßlich durchstochen, mit Blut umhüllt das Haupt des einzig Geliebten! erblaßt seine Lippen! durchbohrt seine Hände und Füße! zerschnitten seine Schultern! der ganze Körper mit Wunden bedeckt! geöffnet sein Herz vom Lanzenstich! Nägel und Dornenkrone sind sorgsam beiseite gelegt. Das blutende Mutterherz ist bei solchem Anblick in ein Meer von Schmerzen versenkt. Hier findet das Sprichwort seine Erfüllung: O ihr alle, die ihr vorübergehet, sehet, ob es einen Schmerz gebe, der gleich sei meinem Schmerze.

Anmutung. Mein Herz ist voll Mitleid mit der schmerzhaften Gottesmutter. Niemand kann die Höhe und Tiefe, die Länge und Breite ihrer Schmerzen erfassen. Sie hat ihren göttlichen Sohn mehr geliebt, als jede andere Mutter ihr Kind lieben kann, darum litt sie auch mehr als jede andere Mutter, mehr als alle Martyrer. Ich küsse mit ihr im Geiste die hl. fünf Wunden ihres entseelten göttlichen Sohnes und bekenne: das ist das Werk meiner Sünden.

Gebet. O gebenedeite Gottesmutter! Ich will Deinen namenlosen Schmerz beim Anblick des entstellten Leichnams Deines göttlichen Sohnes meinem Innersten tief und unauslöschlich einprägen, und stets bedenken, daß Du das große Opfer für das Heil der Welt und auch für mich armen Sünder dargebracht hast. O schmerzhafte Mutter, verzeihe mir, was ich Deinem Sohne und Dir zugefügt! Ich will Dir ewig danken und zur Genugtuung fortan die Sünde meiden, und Dir auf dem Tugend- und Leidenswege unwandelbar treu nachfolgen, lieber sterben, als sündigen. Amen.

V. Gekreuzigter Herr Jesus!

R. Erbarme Dich unser.

Barmherzigkeit, mein Jesus!

Trösterin der Betrübten, schmerzhafte Mutter, erbitte mir von Deinem Sohne die Gnade, die Sünde als die Ursache Seines Todes und Deiner Schmerzen zu verabscheuen, bußfertig zu leben und heilig in Deinem Schoße zu sterben.

„Heilige Mutter, drück die Wunden,
Die Dein Sohn für mich empfunden,
Tief in meine Seele ein.“

Süßes Herz Mariä, sei meine Rettung! (300 Tage Ablaß.)

Vater unser … Gegrüßet seist Du …

[Quelle: Via dolorosa! Schmerzensweg unseres Herrn oder Kreuzwegbüchlein nebst Andacht zu den sieben Schmerzen Mariä, besonders zum Gebrauche der Pilger in Kevelaer. Von Professor Dr. Bernh. Schäfer; Kevelaer 1911; S. 24-26]

Kevelaerer Kreuzweg: 12. Station

Zwölfte Station.

Jesus stirbt am Kreuze.

V. Wir beten Dich an, Herr Jesus, und preisen Dich!

R. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöset.

Betrachtung. Gottes Sohn am Kreuz! Erhöht zwischen Himmel und Erde, in der Mitte von zwei Mördern, als wäre er der größte Verbrecher, leidet und blutet dein Jesus. Welch ein schmerz- und schmachvolles Sterbebett, umtobt von den Gotteslästerungen grausamer Feinde! Nur auf Wunden ruht der Gekreuzigte drei entsetzlich lange Stunden! Betrachte den brennenden Durst, die gänzliche Armut und Verlassenheit des Schöpfers der Welt! Und dazu kommt noch die schreckliche Gottverlassenheit, in welcher der Heiland Höllenqual erduldet hat. O was ist das ein furchtbarer Todeskampf! Nun vollendet sich das große Werk der Erlösung. Der Atem stockt, der Puls steht still, und das Herz, welches nur Schläge der Liebe getan, hört auf zu schlagen. Jesus gibt seinen Geist in die Hände seines Vaters und stirbt aus Liebe für mich armen Sünder. Was die Gerechtigkeit eines Gottes fordern und die Liebe eines Gottes bieten konnte: es ist vollbracht. Himmel, Erde und Unterwelt verkünden in schrecklicher Weise den Tod des Gottmenschen.

Anmutung. O unendliche Liebe, welche leidet und betet für die Feinde, dem reuigen Schächer das Paradies verspricht, die Mutter dem engelreinen Jünger Johannes und diesen der Mutter übergibt! Mit Magdalena möchte ich mich vor dem Kreuze niederwerfen und alle Tropfen Blutes auffangen, die aus seinem geöffneten Herzen fließen. Jesus starb für mich Sünder. Wo ist meine Gegenliebe? Hätte ich nicht wegen meiner Sünden schon tausendmal ein ebenso schmerzvolles, schimpfliches Ende verdient?

Gebet. O mein Jesus, bei Deinem bitteren Tode wird die Sonne finster, der Vorhang im Tempel zerreißt, die Felsen bersten, die Toten stehen auf, Heiden schlagen reumütig an ihre Brust, und ich allein sollte in meinen Sünden, welche die Ursache Deines bitteren Todes sind, verstockt bleiben? Mein Herz soll härter sein als die sich spaltenden Felsen? O nein, mein Erlöser, ich will die Sünde hassen, und Dich lieben über alles. Ich bin Dein Eigentum. Du hast mich um hohen Preis erkauft. Dir allein gehöre ich an, Dir allein will ich dienen. Wie Du am Kreuze gebeten: „Vater, verzeihe ihnen,“ so will auch ich allen Feinden verzeihen und ihre Beleidigungen vergessen. Eingedenk Deines bitteren Todes, verleihe mir und allen meinen Angehörigen eine glückselige Sterbestunde. Jesus Dir leb ich, Jesus Dir sterb ich, Jesus Dein bin ich im Leben und im Tode. Amen.

V. Gekreuzigter Herr Jesus!

R. Erbarme Dich unser.

Barmherzigkeit, mein Jesus!

Trösterin der Betrübten, schmerzhafte Mutter Maria! Ich erinnere Dich an den letzten Wunsch Deines sterbenden Jesus: „Siehe Deinen Sohn.“ Zeige, daß Du Mutter bist jetzt und in der Stunde unseres Todes.

„Heilige Mutter, drück die Wunden,
Die Dein Sohn für mich empfunden,
Tief in meine Seele ein.“

Süßes Herz Mariä, sei meine Rettung! (300 Tage Ablaß.)

Vater unser … Gegrüßet seist Du …

[Quelle: Via dolorosa! Schmerzensweg unseres Herrn oder Kreuzwegbüchlein nebst Andacht zu den sieben Schmerzen Mariä, besonders zum Gebrauche der Pilger in Kevelaer. Von Professor Dr. Bernh. Schäfer; Kevelaer 1911; S. 22-24]

Kevelaerer Kreuzweg: 11. Station

Elfte Station.

Jesus wird an das Kreuz genagelt.

V. Wir beten Dich an, Herr Jesus, und preisen Dich!

R. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöset.

Betrachtung. Während man das Kreuz bereitet, fällt Jesus vor demselben auf seine Kniee und weiht sich dem himmlischen Vater zum blutigen Opfertode für unsere Sünden. Dann bietet er freiwillig seine Hände und Füße den Peinigern zur Kreuzigung dar. Der erste Hammerschlag fällt. Hoch auf springt das Blut und färbt die Hand des Schergen. Betrachte die entsetzlichen Nägel, höre die dumpfen Hammerschläge, siehe wie ein Strom von Blut nach dem andern in die Höhe springt, schaue die durchbohrten Hände und Füße, die Zuckungen der ausgespannten Glieder, beachte noch den teuflischen Spott und Hohn der Juden. Wenn selbst dem Kräftigsten schon das plötzliche Zusammenziehen eines einzigen Nervs, das Verrenken des kleinsten Gliedes eine Ohnmacht bereiten kann: was mag der so zart gestaltete Leib des Heilandes hierbei gelitten haben?

Anmutung. O Seele, dies alles leidet der Heiland in Gegenwart seiner schmerzerfüllten Mutter aus reinster Liebe zu dir, um dich zu retten. O meine Seele, wie hoch ist dein Wert! Siehe, das kostbare Blut des grausam an das Kreuz genagelten Gottessohnes ist das Lösegeld. Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber Schaden leidet an seiner Seele? Rette deine Seele!

Gebet. Ach, mein Erlöser, wie weit geht doch Deine Liebe zu mir! Fortan soll die Welt mir und ich der Welt gekreuzigt sein. Ich will meine Seele retten, koste es, was es wolle. Laß doch Dein kostbares am Kreuze vergossenes Blut an mir nicht verloren gehen. Bewahre mich doch, daß ich nicht durch neue Todsünden Dich abermals kreuzige, daß ich von jetzt an meine Hände nie zur Sünde mißbrauche, und meine Füße immerdar den Weg Deiner Gebote wandeln. O Jesus, ziehe mich mit unauflöslichen Banden an Dich, noch fester, als die Nägel Dich an dem Kreuzesbalken hielten. In Deinen Wunden laß mich Zuflucht und Ruhe finden. Amen.

V. Gekreuzigter Herr Jesus!

R. Erbarme Dich unser.

Barmherzigkeit, mein Jesus!

Trösterin der Betrübten, Mutter der gekreuzigten Liebe, lasse nicht zu, daß ich Jesum jemals wieder durch neue Sünden kreuzige, und bitte für mich, daß ich meine Glieder fortan nur zum Dienste Gottes gebrauche.

„Heilige Mutter, drück die Wunden,
Die Dein Sohn für mich empfunden,
Tief in meine Seele ein.“

Süßes Herz Mariä, sei meine Rettung! (300 Tage Ablaß.)

Vater unser … Gegrüßet seist Du …

[Quelle: Via dolorosa! Schmerzensweg unseres Herrn oder Kreuzwegbüchlein nebst Andacht zu den sieben Schmerzen Mariä, besonders zum Gebrauche der Pilger in Kevelaer. Von Professor Dr. Bernh. Schäfer; Kevelaer 1911; S. 20-22]

Kevelaerer Kreuzweg: 10. Station

Zehnte Station.

Jesus wird seiner Kleider beraubt und mit Essig und Galle getränkt.

V. Wir beten Dich an, Herr Jesus, und preisen Dich!

R. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöset.

Betrachtung. Noch einmal hat sich der Heiland aufgerafft und ist endlich auf der Richtstätte von Kalvaria angelangt. Das Kreuz liegt am Boden; die Grube ist gegraben, worin es befestigt werden soll. Eins ist noch übrig. In der Schmach und Qual der Entblößung soll der allerkeuscheste Sohn Mariä sterben. Die Henker reißen die Kleider von seinem Leibe. Er, der alle Geschöpfe kleidet, erscheint hier in der äußersten Armut. Die mit seinem Gewand verklebten Wunden brechen wieder auf. Welch ein Schmerz! Der keuscheste Jesus sieht sich den Blicken roher Kriegsknechte ausgesetzt. Welch eine Schmach! Er leidet brennenden Durst, aber nur Myrrhenwein und Galle wird ihm gereicht. Welche Bitterkeit! So steht der Sohn Gottes vor dem Kreuze, arm und bloß, zitternd und bebend in unaussprechlicher Pein und Schmach.

Anmutung. Alle Arten von Peinen wollte mein Heiland und Erlöser leiden, weil die Menschen jegliche Art von Bosheit begangen haben. Er wird der Kleider beraubt, um Genugtuung zu leisten für Habsucht, Eitelkeit, Kleiderpracht und Hoffart. Er muß die unbeschreibliche Marter der Entblößung ertragen, um zu büßen, was die Welt in Schamlosigkeit und Fleischeslust verbrochen. Er muß den bitteren Trank verkosten, um abzuzahlen, was seine Geschöpfe in Genußsucht und Unmäßigkeit verschuldet haben. Gehöre nicht auch ich zu ihnen?

Gebet. O schuldloses Gotteslamm, Du wirst der Kleider beraubt und mit Bitterkeit an Leib und Seele erfüllt: und ich soll noch der Sinnenlust und irdischer Eitelkeit anhangen? O laß mich doch immer mehr erkennen, daß die Welt und ihre Lust vergeht, und alles Eitelkeit ist, außer Dich lieben und Dir allein dienen. Schenke mir die Gnade, daß ich starkmütig die bösen Gelüste überwinde, und daß die Welt und ihre Güter und die sündhaften Neigungen mein Herz nicht beherrschen. Ertöte in mir jede unordentliche Anhänglichkeit an die Geschöpfe, mache mich wachsam und standhaft in den Gefahren meiner Unschuld, und befreie mich vom Geiste der Unlauterkeit. Amen.

V. Gekreuzigter Herr Jesus!

R. Erbarme Dich unser.

Barmherzigkeit, mein Jesus!

Trösterin der Betrübten, erbitte mir die notwendige Kraft, die böse Begierlichkeit des Fleisches zu besiegen.

„Heilige Mutter, drück die Wunden,
Die Dein Sohn für mich empfunden,
Tief in meine Seele ein.“

Süßes Herz Mariä, sei meine Rettung! (300 Tage Ablaß.)

Vater unser … Gegrüßet seist Du …

[Quelle: Via dolorosa! Schmerzensweg unseres Herrn oder Kreuzwegbüchlein nebst Andacht zu den sieben Schmerzen Mariä, besonders zum Gebrauche der Pilger in Kevelaer. Von Professor Dr. Bernh. Schäfer; Kevelaer 1911; S. 19-20]

Kevelaerer Kreuzweg: 9. Station

Neunte Station.

Jesus fällt das dritte Mal.

V. Wir beten Dich an, Herr Jesus, und preisen Dich!

R. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöset.

Betrachtung. Sengende Strahlen sendet die Mittagssonne auf den Kreuzweg nieder. Immer noch quillt aus zahllosen Wunden das kostbare Blut des Erlösers. Der Zug ist jetzt am Fuß des Kalvarienberges angekommen. Als der gemarterte Heiland zur Todesstätte hinansteigen wollte, da brach seine Kraft zusammen; er sank zum dritten Mal zu Boden. So ist die Schrift erfüllt worden: „Niedergeworfen haben mich meine Feinde, zertreten den ganzen Tag. Wilde Hände ziehen und zerren an ihm.“ Unter unbarmherzigen Stößen und Schlägen erhebt sich das geduldige Gotteslamm wieder in heiliger Sehnsucht, auf der Höhe des Berges für das Heil der Welt am Kreuze zu sterben.

Anmutung. Ich ahne die Ursache dieses dritten und schmerzlichen Falles. Hier wollte Christus büßen für den schrecklichen Leichtsinn der Menschen, womit sie Sünden auf Sünden häufen, und sich immer tiefer in das Verderben stürzen. Hier wollte er büßen für die klägliche Treulosigkeit Derer, die sich kaum vom Schlafe der Sünde erhoben, alsbald wieder in die alten Laster zurücksinken. Hier wollte er büßen für so viele Menschen, welche auch die letzte Gnade der Bekehrung von sich stoßen, und dann in trauriger Verstocktheit oder in gänzlicher Verzweiflung aus dem Leben scheiden.

Gebet. O Jesus, um der Verdienste und der Schmerzen willen bei Deinem dritten Falle bitte ich Dich, gib mir Kraft und Stärke, im Leiden und Kreuz auszuharren bis an mein Lebensende. Bewahre mich doch vor jeder Sünde gegen den hl. Geist, und gib mir die Gnade, fest zu stehen in der heiligmachenden Gnade und in ihr zu verharren bis in den Tod. O Jesus, gib mir die Gnade der Beharrlichkeit. Amen.

V. Gekreuzigter Herr Jesus!

R. Erbarme Dich unser.

Barmherzigkeit, mein Jesus!

Trösterin der Betrübten, Mutter der Beharrlichkeit, erbitte mir Standhaftigkeit in den Versuchungen.

„Heilige Mutter, drück die Wunden,
Die Dein Sohn für mich empfunden,
Tief in meine Seele ein.“

Süßes Herz Mariä, sei meine Rettung! (300 Tage Ablaß.)

Vater unser … Gegrüßet seist Du …

[Quelle: Via dolorosa! Schmerzensweg unseres Herrn oder Kreuzwegbüchlein nebst Andacht zu den sieben Schmerzen Mariä, besonders zum Gebrauche der Pilger in Kevelaer. Von Professor Dr. Bernh. Schäfer; Kevelaer 1911; S. 17-18]