Uralte Karwochenliturgie (vor den pianischen Reformen) „ad experimentum“

Die Priesterbruderschaft St. Petrus in Los Angeles hat im Pfarrblatt des heutigen Sonntags angekündigt, dass man Ende März dieses Jahres die Karwochenliturgie nach dem uralten überlieferten Ritus feiern werde. Normalerweise müsste nach dem Messbuch von 1962, das gemäß Motuproprio „Summorum Pontificum“ als maßgeblich gilt, die Liturgie der Karwoche in der unter Papst Pius XII. reformierten Form von 1951 bzw. 1955 gefeiert werden, die in vielerlei Hinsicht als Vorläufer der nachkonziliaren Liturgiereform gesehen werden kann. Zahlreiche Neuerungen, die jahrhundertelangen liturgischen Traditionen zuwiderlaufen, wurden damals eingeführt.

Die Petrusbruderschaft schreibt in der kurzen Notiz: „Wir freuen uns, das Privileg zu haben, in diesem Jahr die uralte Karwoche zu feiern, wie sie vor 1951 gefeiert wurde, gemeinsam mit einer ausgewählten Handvoll anderer Apostolate der FSSP, die von Rom eine dreijährige Erlaubnis als Experiment bekommen haben. […] Dies ist eine sehr aufregende Möglichkeit, und sie beweist die Wichtigkeit des Apostolats von Los Angeles, da wir einer der wenigen ausgesuchten Orte für diese Erlaubnis sind!“

Es ist mir nicht bekannt, an welchen Orten dies noch der Fall sein wird. Was ist mit den deutschsprachigen Ländern? Wie wurden die Orte ausgewählt? Hat die Petrusbruderschaft in Rom um Erlaubnis gebeten, oder ist Rom an die Bruderschaft herangetreten? Sind andere Gemeinschaften, oder sogar einfache Pfarreien, von dieser Regelung betroffen? Wer genau hat die Erlaubnis gegeben? All dies sollte im Laufe der Fastenzeit bekannt werden. Jedenfalls handelt es sich um eine einzigartige Gelegenheit, die organisch entwickelte Liturgie auch in der Karwoche zu feiern, wie es viele Traditionalisten seit Jahrzehnten wünschten, aber zumindest im strengen Sinne des Gesetzes nicht durften.

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Ein Kommentar zu „Uralte Karwochenliturgie (vor den pianischen Reformen) „ad experimentum“

  1. …in Kalifornien müsste man sein! Vielleicht ergibt sich auch etwas derartiges im deutschsprchigen Raum!

    Diese Reform von 1951/55 wird gemeinhin in ihren negativen Auswirkungen weit unterschätzt.

    Eine wunderbare Nachricht

    aus dem sonst so üblichen Horrornews Kabinett.

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