Theodor Fontane: Frühling

Am letzten Tag im März, da das Fest der Auferstehung des Herrn unmittelbar vor der Tür steht, aber die Trauer über das Kreuzesopfer noch überwiegt, möge sich der Leser am schönen Gedicht „Frühling“, verfasst von Theodor Fontane, ein wenig erfreuen.

Frühling

Nun ist er endlich kommen doch
In grünem Knospenschuh;
„Er kam, er kam ja immer noch“
Die Bäume nicken sich’s zu.

Sie konnten ihn all erwarten kaum,
Nun treiben sie Schuß auf Schuß;
Im Garten der alte Apfelbaum
Er sträubt sich, aber er muß.

Wohl zögert auch das alte Herz
Und athmet noch nicht frei,
Es bangt und sorgt: „es ist erst März
Und März ist noch nicht Mai.“

O schüttle ab den schweren Traum
Und die lange Winterruh,
Es wagt es der alte Apfelbaum,
Herze, wag’s auch Du.

Kreuzweg am Karfreitag

Zu einem früheren Zeitpunkt der diesjährigen Fastenzeit hat die deutsche Ausgabe der „Catholic News Agency“ Betrachtungen zum Kreuzweg veröffentlicht, die aus der Feder von Hans Jakob Bürger stammen, der sein Werk wiederum auf medizinische Erwägungen von Dr. med. Ewa Kucharska stützt. Zum heutigen Karfreitag ist es angemessen, auf die einzelnen Stationen zu verlinken:

1. Station – Jesus wird unschuldig zum Tode verurteilt
2. Station – Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern
3. Station – Jesus fällt das erste Mal unter dem Kreuz
4. Station – Jesus begegnet seiner tiefbetrübten Mutter
5. Station – Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen
6. Station – Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
7. Station – Jesus fällt das zweite Mal unter dem Kreuz
8. Station – Jesus und die weinenden Frauen von Jerusalem
9. Station – Jesus fällt das dritte Mal unter dem Kreuz
10. Station – Jesus wird seiner Kleider beraubt
11. Station – Jesus wird ans Kreuz genagelt
12. Station – Jesus wird am Kreuz erhöht und stirbt
13. Station – Jesus wird vom Kreuz herab genommen
14. Station – Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt

 

Personalpfarrei für FSSP in Los Angeles

Am Passionssonntag verkündete Father James Fryar FSSP, Oberer der Priesterbruderschaft St. Petrus in Los Angeles, den Gläubigen eine gute Nachricht: Das Apostolat der Petrusbruderschaft in der Metropole am Pazifik wurde am 14. Februar 2018 als Personalpfarrei kanonisch errichtet. Der heilige Genesius war zuerst als Patron der Pfarrei in Betracht gezogen worden. Da er im 2004 erschienenen Martyrologium Romanum indes nicht mehr geführt wird, ist man auf einen anderen Heiligen ausgewichen. Die Gebete, die hinsichtlich der Errichtung einer Pfarrei an den heiligen Genesius gerichtet waren, wurden aber anscheinend dennoch erhört.

Der neue Patron ist hier insofern interessant, als er eine Verbindung in die niederrheinische Heimat darstellt. Es handelt sich nämlich um den heiligen Vitus, dem das Münster in Mönchengladbach geweiht ist. Zugleich ist der heilige Vitus der Stadtpatron von Mönchengladbach. Wer sich mit dem Leben des relativ unbekannten Heiligen befassen will, möge dessen Lebensbeschreibung sowie einen weiteren Beitrag auf dem Blog der alten Messe in Mönchengladbach lesen.

Hier ist zwei Bildschirmfotos der halboffiziellen Notiz in englischer Sprache, wie sie in der App der FSSP in Los Angeles veröffentlicht wurde:

Seminarausflug der FSSP in Wigratzbad

Traditionell macht die Seminargemeinschaft der Priesterbruderschaft St. Petrus in Wigratzbad zum Fest des heiligen Joseph am 19. März einen Ausflug zu einer Kirche und gegebenenfalls anderen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung. In diesem Jahr ging es nach Imsterberg im verschneiten Tirol.

Heilige Messe in der beeindruckenden Pfarrkirche:

Der Spaziergang im Schnee führt an einem Wegkreuz vorbei:

Vor der Heimreise ins Seminar wurde die Vesper gesungen, gefolgt von einer Aussetzung des Allerheiligsten:

Auf dem französischsprachigen Blog des Priesterseminars in Wigratzbad stehen weitere Bilder zur Verfügung.

Paradoxes zur alten Messe

Vor einigen Tagen brachte das halboffizielle Nachrichtenorgan der Deutschen Bischofskonferenz, katholisch.de, ein Interview mit einer jungen Dame namens Alina Oehler. Anlass war die in Rom stattfindende Vorsynode zur Jugendsynode im Herbst. Oehler vertritt die Organisation „Voices of Faith“, die laut eigener Internetseite darauf abzielt, „Führungskräfte im Vatikan mit der globalen katholischen Gemeinde zusammenzubringen, sodass sie erkennen können, dass Frauen die Expertise, Fähigkeiten und Gaben haben, eine volle Führungsrolle in der Kirche zu spielen“. Vor diesem Hintergrund sind die folgenden Aussagen erstaunlich, geradezu paradox, weshalb sie hier auch unkommentiert stehen bleiben sollen.

Frage: Es gibt in der Kirche aber auch einen wachsenden Teil junger Menschen, der sich auf Glaubensformen stützt, besonders in der Liturgie, die klar vom hierarchischen Gefälle ausgehen. Wie passt das zusammen?

Oehler: Das muss man trennen: Die Liturgie ist etwas anderes als die Verwaltung und die Leitung der Kirche.

Frage: Sie ist Quelle und Höhepunkt des kirchlichen Lebens, also noch viel zentraler.

Oehler: Genau, eben etwas genuin Anderes. Ich selbst teile ja diese Faszination für die Liturgie, auch für den alten Ritus. Da komme ich auch immer wieder in einen Konflikt, weil sich die Frauenfrage da noch einmal ganz anders stellt. Aber zugleich glaube ich, dass die Liturgie in erster Linie keine politische Sphäre ist. Sie wird leider viel zu oft dazu gemacht.

Frage: Wie erklären Sie einem säkularisierten Jugendlichen, dass Sie für die Gleichberechtigung der Frau in der Kirche eintreten, gleichzeitig aber gerne zur Tridentinischen Messe gehen?

Oehler: Vielleicht am besten über den Gedanken der Demut. In der Tridentinischen Liturgie geht es mir und vielen anderen jungen Menschen so, dass man in eine tiefere Form des Gebets findet. Da stehen die persönliche Gottesbeziehung und die Anbetung im Vordergrund. In diesem Moment kann ich sagen: Jetzt geht es nicht um das, wovon ich denke, dass es richtig ist, sondern jetzt füge ich mich in die Weisheit und die Tradition der Kirche. Es geht in dem Moment um Spiritualität und nicht um politische Fragen. Und bei diesen vertraue ich auch auf den Heiligen Geist – damit dieser wirken kann, muss aber natürlich diskutiert werden.

[Link zum Original]

Witz des Tages

Erste Version: Da heute Palmsonntag ist, wird das Fest Mariä Verkündigung nicht gefeiert. Entsprechend fällt neun Monate später auch Weihnachten aus.

Alternative Version: Das Fest Mariä Verkündigung wird wegen der Kar- und Osterwoche auf den 9. April verschoben. Wir feiern Weihnachten deshalb auch erst am 9. Januar des kommenden Jahres.

Dom Guéranger zum Palmsonntag (5/5)

Zur Vesper.

[…]

Capitulum.

Brüder, ihr sollet so gesinnt sein, wie auch Jesus Christus gesinnt war, welcher, da er in Gottes Gestalt war, es für keinen Raub hielt, Gott gleich zu sein; aber sich selbst entäußerte, Knechtsgestalt annahm, dem Menschen gleich und im Aeußeren wie ein Mensch befunden ward.

[…]

Antiphon zum Magnificat.

Es steht geschrieben: Ich will den Hirten schlagen und die Schafe der Heerde werden zerstreut werden; wenn ich aber werde auferstanden sein, werde ich euch voraus gehen nach Galiläa, dort werdet ihr mich sehen, spricht der Herr.

Gebet.

Allmächtiger, ewiger Gott! der Du dem menschlichen Geschlechte in der Menschwerdung und in dem Kreuztode deines Sohnes, unseres Erlösers, ein Beispiel der Demuth zur Nachfolge aufgestellt hast; verleihe gnädig, daß wir seine Geduld thätig nachahmen und uns würdig machen, an seiner Auferstehung Theil zu nehmen. Durch denselben Jesum Christum, unseren Herrn. Amen.

Schließen wir diesen Tag des Erlösers in Jerusalem, indem wir an unserer Seele die anderen ihn bezeichnenden Ereignisse vorüber ziehen lassen. Der heilige Lucas erzählt uns, daß Jesus, als er sich bei seinem feierlichen Einzuge der Stadt näherte, über dieselbe weite und in die klagenden Worte ausbrach: „Wenn doch auch du es erkenntest, und zwar an diesem deinem Tage, was dir zum Frieden dient; nun aber ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es werden Tage über die kommen, wo deine Feinde dich mit einem Walle umgeben, dich ringsum einschließen und von allen Seiten dich bekämpfen werden; sie werden dich und deine Kinder, die in dir sind, zu Boden schmettern und in dir keinen Stein auf dem anderen lassen, weil du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast [Lucas 9, 41-44].“

Vor wenig Tagen zeigte uns das heilige Evangelium, wie Jesus am Grabe des Lazarus weinte; heute sehen wir ihn neue Thränen über Jerusalem vergießen. In Bethanien weinte er bei dem Gedanken an den leiblichen Tod, die Folge und die Strafe der Sünde; aber für diesen Tod gibt es ein Heilmittel. Jesus ist „die Auferstehung und das Leben; wer an ihn glaubt, wird leben, wenn er auch gestorben ist [Joh. 11, 25].“ Aber der Zustand des ungläubigen Jerusalem, das ist der Tod der Seele; bei diesem Tode gibt es keine Auferstehung, wenn die Seele nicht in der Zeit zum Urheber des Lebens zurück kehrt. Darum sind eben die Thränen Jesu, die derselbe heute vergießt, so bitter. Mitten unter den freudigen Zurufen, die seinen Einzug in die Stadt Davids begleiten, ist sein Herz betrübt; denn er weiß nur zu genau, daß gar Viele unter ihren Bewohnern die Zeit der Heimsuchung nicht erkennen. So lasset uns denn das Herz des Erlösers trösten und ihm ein gläubiges Jerusalem sein.

Die evangelische Erzählung sagt uns weiter, daß Jesus nach seinem Einzuge in die Stadt sich sofort in den Tempel begeben und die Händler aus demselben hinaus gejagt habe [Matth. 21, 12]. Es war zum zweiten Male, daß er im Hause seines Vaters sein Hausrecht übte, und Niemand wagte ihm dabei Widerstand zu leisten. Die Hohenpriester und Pharisäer murrten zwar und beklagten sich bei ihm über den Tumult, den sein Einzug erregt habe; aber sie wurden in der gebührenden Weise abgewiesen und mußten beschämt verstummen. Ganz der gleiche Vorgang wiederholt sich in der Weltgeschichte: wenn wir da zu verschiedenen Epochen sehen, wie Gott seinen Sohn und die Kirche seines Sohnes verherrlichen will, dann hören wir auch, wie seine und ihre Feinde im Grimme ihres Herzens Einsprache erheben; aber das kann die Bahn des Triumphwagens nicht aufhalten. Sobald es dagegen der göttlichen Vorsehung gefällt, nach den Stunden der Herrlichkeit Tage der Verfolgungen und der Prüfungen herein brechen zu lassen, dann kriechen alle diese feigen Feinde, von den Instinkten des Hasses getrieben, aus ihren Verstecken hervor und geben nicht eher Ruhe, bis sie einen Theil des Volkes, das dem Sohne Davids Hosanna rief, in ihren Netzen gefangen, so daß es in das Verlangen ausbricht: er solle ihm überliefert und gekreuzigt werden. Aber Jesus und seine Kirche haben darum noch nicht ihr Reich eingebüßt; scheint auch ihre sichtbare Herrschaft einen Augenblick gebeugt oder gebrochen zu sein, plötzlich entfalten sich wieder die Schwingen derselben um so reiner und strahlender und dies dauert in fortwährendem Wechsel der Verherrlichung und der Schmach so lange, bis endlich das Reich des Bräutigams und der Braut als ein ewiges auf den Trümmern der Welt verkündet wird, welche die Zeit ihrer Heimsuchung nicht erkannt hat.

Wir erfahren ferner von dem heiligen Matthäus, daß der Heiland diesen Tag in Bethanien beschloß [Matth. 21, 17]. Er wollte durch seine Gegenwart die mütterliche Sorge Marias besänftigen, sowie auch die fromme Familie des Lazarus beruhigen. Andererseits war auch in Jerusalem Niemand zu ihm gekommen, der ihm seine Gastfreundschaft angeboten hätte; wenigstens thut das Evangelium darüber nirgendwo Erwähnung. Dieser Umstand ist solchen, welche das Leben unseres Herrn mit frommem Herzen betrachtet, aufgefallen und sie haben daraus den Schluß gezogen, daß dies niecht ohne tiefer liegende Absicht geschehen sei. Jesus, der am Morgen mit einem feierlichen Triumphe geehrt worden, sieht sich am Abende genöthigt, Nahrung und Obdach außerhalb der Stadt zu suchen, die ihn mit solch’ jubelnder Begeisterung aufgenommen hatte. In den Klöstern der Carmeliterinnen von der Regel der heiligen Theresia gesteht ein rührender Gebrauch, dessen Zweck darauf hinaus läuft, dem Heilande eine Sühne für die Ungastlichkeit der Bewohner Jerusalems anzubieten. Es wird mitten im Refectorium eine Tafel hergerichtet und auf derselben eine Mahlzeit aufgetragen; nachdem die klösterliche Genossenschaft gespeist, wird dies dem Heilande dargebotene Mahl unter die Armen vertheilt, welche ja seine Glieder sind.

Wir schließen den Tag mit einigen Strophen, die wir einer Hymne der griechischen Liturgie für den Palmsonntag entnehmen. Der Verfasser derselben ist der berühmte Hymnograph Cosmus von Jerusalem.

[…]

Gott, der in der Höhe über den Cherubim thront, siehe, er kommt mit Macht und Herrlichkeit, und Alles wird mit seinem göttlichen Lobe erfüllt. Friede sei über Israel und Heil den Völkern.

Es haben voll Freude die Seelen der Gerechten gerufen: Nun wird ein neuer Bund für die Welt bereitet, und das Volk wird erneuert durch die Besprengung mit dem göttlichen Blute.

Das Volk sammt den Jüngern beugte freudig die Kniee und rief mit den Palmen in den Händen dem Sohne Davids Hosanna zu: Hochgelobt bist Du, o Herr, Gott unserer Väter, Du bist gebenedeit.

Das Volk mit einfältigem Herzen und die jugendliche Schaar der Kinder hat Dir göttliche Ehre gezollt und Dich, o König Israels und der Engel gepriesen: Hochgelobt bist Du, o Herr, Du Gott unserer Väter, Du bist gebenedeit.

Auf einem jungen Füllen sitzend, ist Christus, dein König, o Sion, zu Dir gekommen. Er ist genaht, um den thörichten Götzendienst zu vernichten und die unbändige Leidenschaft aller Völker zu unterdrücken, auf daß sie singen: Preiset, ihr Werke, den Herrn und erhebt ihn über Alles in Ewigkeit.

Christus, dein Gott, herrschet in Ewigkeit. Er kommt, wie geschrieben steht, sanftmüthig und als Retter, als unser gerechter Erlöser, auf einem Füllen reitend, damit er die Hoffart der Feinde verderbe, welche nicht rufen wollen: Preiset den Herrn, seine Werke, und erhebt ihn über Alles in Ewigkeit.

Zerstreut wird die gottlose Versammlung derer, die im heiligen Tempel Gott lästern; denn sie haben das Haus Gottes und des Gebetes zu einer Räuberhöhle gemacht und aus ihrem Herzen den Erlöser verbannt, dem wir zurufen: Preiset den Herrn, seine Werke, und erhebt ihn über Alles in Ewigkeit.

Er ist Gott der Herr und ist uns erschienen; ordnet einen Festtag an und kommt frohlockend; laßt uns Christum verherrlichen und mit Palmen und Zweigen in den Händen ausrufen: Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn, unseres Retters.

Ihr Völker, warum tobet ihr gegen die Schrift? und ihr Priester, warum sinnet ihr Eitles, indem ihr sprechet: Wer ist dieser, dem die Knaben mit Palmen und Zweigen in den Händen unter Lobliedern zurufen: Gepriesen, der da kommt im Namen des Herrn, unseres Retters?

Ihr Lasterhaften, warum gebt ihr Aergernisse, welche die Wege bedecken? Flink sind euere Füße, das Blut des Herrn zu vergießen. Aber er wird auferstehen, um Alle zu retten, welche rufen: Gepriesen, der da kommt im Namen des Herrn, unseres Retters.

[Quelle: Das Kirchenjahr von Dom Prosper Guéranger, Abt von Solesmes; Sechster Band: Die Passions- und die Charwoche; Mainz 1877; S. 251-257]

Dom Guéranger zum Palmsonntag (4/5)

Zur Messe.

In Rom ist die Station in der lateranensischen Basilika. Eine so erhabene Function forderte zu diesem Behufe keine geringere Kirche, als die Mutter und Lehrerin aller anderen. Heutzutage findet freilich der päpstliche Gottesdienst in der Peterskirche statt; aber diese Abweichung beeinträchtigt nicht im Mindesten die Rechte der Erzbasilika, welche früher an diesem Tage die Ehre gehabt hat, den Papst an ihren Mauern zu sehen; sie hat noch bis auf den heutigen Tag alle Indulgenzen bewahrt, welche denen, die sie heute besuchen, gewährt worden sind.

Die Messe enthält keinen Zug jener Freude mehr, welche ein charakteristisches Zeichen der Palmweihe und der Palmenprozession ist. Der Introitus ist dem 21. Psalm entnommen, in welchem David die Todesangst Christi beschrieben.

Introitus.

O Herr, entferne deine Hilfe nicht von mir, schau’ her zu meinem Schutze, rette mich aus dem Rachen des Löwen, mich Erniedrigten von den Hörnern der Einhörner.

Gott, mein Gott, schau’ auf mich! Warum hast Du mich verlassen? Das Geschrei meiner Sünden entfernt mein Heil.

O Herr, entferne.

In der Collecte bittet die Kirche für uns um die Gnade, daß wir die Gedult und Demuth des Heilandes nachahmen. Für den sündigen Menschen leidet und erniedrigt sich Jesus Christus; es ist daher billig, daß der Mensch aus diesem Beispiele Nutzen ziehe und an seinem Heile durch die Mittel mitarbeite, welche ihm das Verhalten seines Erlösers an Handen gibt.

Collecte.

Allmächtiger ewiger Gott! der Du dem menschlichen Geschlecht in der Menschwerdung und in dem Kreuztode deines Sohnes, unseres Erlösers, ein Beispiel der Demuth zur Nachfolge aufgestellt hast; verleihe gnädig, daß wir seine Geduld thätig nachahmen und uns würdig machen, an seiner Auferstehung Theil zu nehmen. Durch denselben Jesum Christum, unseren Herrn. Amen.

Epistel.

Lesung des Briefes des seligen Apostels Paulus an die Philipper Cap. 2.

Brüder! Ihr sollet so gesinnt sein, wie auch Jesus Christus gesinnt war, welcher, da er in Gottes Gestalt war, es für keinen Raub hielt, Gott gleich zu sein; aber sich selbst entäußerte, Knechsgestalt annahm, dem Menschen gleich und im Aeußeren wie ein Mensch erfunden ward. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja bis zum Tod am Kreuze. Darum hat ihn Gott auch erhöht und ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu (bei dieser Stelle beugen der Priester und alle Anwohnenden das Knie) sich beugen alle Kniee derer, die im Himmel, auf der Erde und unter der Erde sind, und daß alle Zungen bekennen, daß der Herr Jesus Christus in der Herrlichkeit Gottes des Vaters ist.

Die heilige Kirche schreibt uns vor, an der Stelle, wo der Apostel von Jesus sagt, daß vor diesem Namen Alles niederfallen werde, das Knie zu beugen. Soeben sind wir dieser Vorschrift nachgekommen; bedenken wir, wenn es irgend eine Zeit im Jahre gibt, welche uns zu den demüthigsten Huldigungen dem Sohn Gottes gegenüber verpflichtet, so ist es gerade diese Woche, wo wir seine göttliche Majestät am frechsten gelästert und seine anbetungswürdige Person unter die Füße der Sünder dahin gestreckt sehen. Es ist keinem Zweifel unterworfen; bei dem Anblick der Schmerzen, die er um unsertwillen erduldet, müssen Liebe und Mitleid unser Herz erfüllen. Aber damit ist es nicht genug; mit nicht geringerer Lebhaftigkeit muß uns auch die Schmach, die über jeden Begriff unwürdige Behandlung, der man ihn zur Beute fallen ließ, vor Augen stehen: ihn, der dem Vater gleich ist und Gott ist, wie dieser. Geben wir ihm durch unsere eigene Erniedrigung, soweit wir dies vermögen, die seiner Herrlichkeit gebührende Huldigung; denn dieser Herrlichkeit hat er sich nur beraubt, um unseren Hochmuth und unsere Empörung wieder gut zu machen. Schließen wir uns den heiligen Engeln an, welche, Zeuge alles dessen, was er aus Liebe zu dem Menschen auf sich nahm, sich noch tiefer vor ihm demüthigen, wenn sie die Schmach sehen, die man auf sein Haupt gehäuft hat.

Im Graduale bedient sich die Kirche der Worte des königlichen Propheten, welcher die künftige Größe des Opfers vom Kalvarienberge vorher gesagt, aber zugleich bekennt, daß die entsetzliche Gewißheit, mit welcher die Juden den Gottesmord begehen sollten, seine ganze Seele erschüttert hatte.

Graduale.

Du faßtest mich bei der rechten Hand und führtest mich nach deinem Willen und nahmest mich auf mit Ehren.

Wie gut ist gegen Israel Gott, gegen die, so rechten Herzens sind! Aber meine Schritte wären bald gestrauchelt, meine Schritte wären bald ausgewichen, denn ich eiferte über die Ungerechten, da ich den Frieden der Sünder sah!

Den Traktus bildet ein beträchtlicher Theil des 21. Psalmes, dessen erste Worte Christus am Kreuze wiederholte und der einzelne Vorfälle seines Leidens so genau wieder gibt, daß man vielmehr eine Geschichte, als eine Prophezeiung desselben zu lesen glaubt.

Traktus.

Gott, mein Gott, schau’ auf mich; warum hast Du mich verlassen?

Das Geschrei meiner Sünden entfernt mein Heil.

Mein Gott, ich rufe des Tages, und Du erhörest nicht; des Nachts ist es nicht umsonst für mich?

Aber Du wohnest im Heiligthume, Lob Israels!

Auf Dich haben gehofft unsere Väter, sie haben gehofft und Du hast sie errettet.

Sie haben zu Dir gerufen und wurden erlöst, sie haben auf Dich gehofft und wurden nicht zu Schanden.

Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch; der Leute Spott und die Verachtung des Volkes.

Alle, die mich sehen, spotten mein, bewegen die Lippen und schütteln das Haupt.

Er hat gehofft auf den Herrn, der rette ihn, erlöse ihn, weil er sein Wohlgefallen an ihm hat.

Sie haben mich angeschaut und betrachtet; meine Kleider unter sich getheilt und das Loos geworfen über mein Gewand.

Rette mich aus dem Rachen des Löwen, mich Erniedrigten von den Hörnern der Einhörner.

Ihr, die ihr den Herrn fürchtet, lobet ihn; alle Kinder Jakobs rühmet ihn.

Nach dem Herrn wird genannt werden das künftige Geschlecht; und die Himmel werden erzählen seine Gerechtigkeit.

Dem Volke, so geboren wird, das gemacht hat der Herr.

Es ist jetzt an der Zeit, die Leidensgeschichte unseres Heilandes zu hören; als seine Jünger seine anscheinende Schwäche und den Triumph seiner Feinde sahen, nahmen sie Aergerniß daran; wir aber, um vor Himmel und Erde Zeugniß abzulegen, daß wir nicht das Gleiche thuen, halten dabei immer noch die Palmzweige in den Händen, die wir freudig schwangen, als wir ihn zu unserem Könige ausriefen.

An vier verschiedenen Tagen dieser Woche liest die Kirche die Erzählung der vier Evangelien. Heute beginnt sie mit dem heiligen Matthäus, der ja auch der erste war, welcher das Leben und den Tod des Erlösers geschildert hat. Zum Zeichen der Trauer kommen die Akolythen nicht mit ihren Kerzen an den Pult, woselbst das betreffende Evangelium gelesen wird, und das Evangelium wird nicht beräuchert. Ebenso entbietet der Diakon dem gläubigen Volke nicht vorher den gewöhnlichen Gruß, sondern beginnt sogleich mit der Erzählung des entsetzlichsten Ereignisses, das Himmel und Erde jemals geschaut.

Das Leiden unseres Herrn Jesu Christi mach Matthäus Cap. 26.

In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Ihr wisset, daß nach zwei Tagen Ostern ist und der Menschensohn ausgeliefert wird, daß er gekreuzigt werde. Damals versammelten sich die vornehmsten Priester und die Aeltesten des Volkes in dem Vorhofe des Hohenpriesters, der Kaiphas heiß, und sie hielten Rath, wie sie Jesum mit List ergreifen und tödten könnten. Sie sagten aber: Nur nicht am Festtage, damit nicht etwa ein Aufruhr unter dem Volke entstehe.

Als aber Jesus zu Bethanien gekommen war, im Hause Simons des Aussätzigen, trat zu ihm ein Weib mit einem Gefäße von Alabaster, worin köstliche Salbe war und goß sie über sein Haupt, da er zu Tische lag. Als das die Jünger sahen, wurden sie unwillig und sprachen: Wozu diese Verschwendung? Denn das hätte man theuer verkaufen und den Armen geben können. Da es aber Jesus wußte, sprach er zu ihnen: Warum kränket ihr dieses Weib? Sie hat ein gutes Werk an mir gethan. Denn Arme habet ihr allezeit bei euch, mich habet ihr nicht allezeit; denn daß sie diese Salbe über meinen Leib ausgoß, das hat sie zu meiner Begräbniß gethan. Wahrlich, ich sage euch, wo man immer in der ganzen Welt das Evangelium verkünden wird, da wird man auch zu ihrem Andenken sagen, was sie gethan hat.

Hierauf ging Einer von den Zwölfen, der Judas Iscariot hieß, zu den Hohenpriestern und sprach zu ihnen: Was wollet ihr mir geben, so will ich ihn euch verrathen? Sie aber bestimmten ihm dreißig Silberlinge. Und von da an suchte er eine Gelegenheit, ihn zu verrathen. Aber am ersten Tage der ungesäuerten Brode traten die Jünger zu Jesu und sprachen: Wo willst Du, daß wir das Osterlamm zu essen bereiten? Jesus aber sprach: Gehet in die Stadt zu Einem und saget zu ihm: Der Meister spricht: Meine Zeit ist nahe; bei Dir will ich mit meinen Jüngern Ostern halten. Und die Jünger thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und bereiteten das Osterlamm.

Als es nun Abend geworden war, setzte er sich mit seinen zwölf Jüngern zu Tische. Und da sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch, Einer von euch wird mich verrathen. Da wurden sie sehr betrübt und Einer um den Anderen fing an zu fragen: Bin ich es, Herr? Er aber antwortete und sprach: Der die Hand mit mir in die Schüssel tunkt, derselbige wird mich verrathen. Der Menschensohn geht zwar hin, wie von ihm geschrieben; weh’ aber jenem Menschen, durch welchen der Menschensohn verrathen wird. Besser wäre es ihm, wenn derselbe Mensch nicht geboren wäre. Judas aber, der ihn verrathen hat, erwiederte und sprach: Bin ich es, Meister? Und er antwortete ihm: Du hast es gesagt.

Da sie nun des Nachts aßen, nahm Jesus das Brod, segnete und brach es, gab es seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset, das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch, dankte, gab ihnen denselben und sprach: Trinket Alle daraus; denn dies ist mein Blut des neuen Testamentes, das für Viele vergossen werden wird zur Vergebung der Sünden. Ich sage euch aber: ich werde von nun an nicht mehr trinken von diesem Gewächse des Weinstockes bis zu jenem Tage, da ich es erneuert mit euch im Reiche meines Vaters trinken werde.

Und nachdem sie den Lobgesang gesprochen hatten, gingen sie hinaus auf den Oelberg. Da sprach Jesus zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr Alle euch an mir ärgern; denn es steht geschrieben: Ich will den Hirten schlagen und die Schafe der Heerde werden zerstreut werden. Wenn ich aber werde auferstanden sein, werde ich euch vorausgehen nach Galiläa. Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Wenn sich auch Alle an Dir ärgern, so werde ich niemals mich an Dir ärgern. Jesus aber sagte zu ihm: Wahrlich, ich sage Dir, in dieser Nacht, ehe der Hahn krähet, wirst Du mich dreimal verläugnen. Da sprach Petrus zu ihm: Wenn ich auch mit Dir sterben müßte, so werde ich Dich doch nicht verläugnen. Desgleichen sagten auch alle Jünger.

Dann kam Jesus mit ihnen in den Meierhof, Gethsemani genannt, und sprach zu seinen Jüngern: Setzet euch hier, während ich dorthin gehe und bete. Und er nahm den Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus mit und fing an, sich zu betrüben und traurig zu sein. Dann sprach er zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod; bleibet hier und wachet mit mir! Und er ging ein wenig vorwärts, fiel auf sein Angesicht, betete und sprach: Mein Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht, wie ich will, sondern wie Du willst. Und er kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Habet ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen können? Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet. Der Geist ist zwar willig, aber das Fleisch ist schwach. Wieder ging er hin zum zweiten Male, betete und sprach: Mein Vater, ist es nicht möglich, daß dieser Kelch vorüber gehe, ohne daß ich ihn trinke, so geschehe dein Wille. Und er kam abermals und fand sie schlafend; denn ihre Augen waren beschwert. Da verließ er sie, ging wieder hin und betete zum dritten Mal, indem er die nämlichen Worte sprach. Dann kam er zu seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Schlafet nur und ruhet! Siehe, die Stunde ist herbeigekommen, da der Menschensohn in die Hände der Sünder überliefert wird. Stehet auf, lasset uns gehen! Siehe, der mich verrathen wird, nahet sich.

Und da er noch redete, siehe, da kam Judas, Einer von den Zwölfen, und mit ihm ein großer Haufen mit Schwertern und Prügeln, abgeschickt von den Hohenpriestern und Aeltesten des Volkes. Sein Verräther aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Den ich küssen werde, der ist’s, den ergreifet. Und sogleich trat er zu Jesu und sprach: Sei gegrüßt, Meister! Und er küßte ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Freund, wozu bist du gekommen? Dann traten sie hinzu, legten Hand an Jesum und ergriffen ihn. Und siehe, Einer von denen, welche mit Jesum waren, streckte die Hand aus, zo sein Schwert und schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab. Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn Alle, die das Schwert ergreifen, werden durch das Schwert umkommen. Oder meinst du, daß ich meinen Vater nicht bitten könnte? Er würde mir jetzt mehr als zwölf Legionen Engel zuschicken. Wie würde dann aber die Schrift erfüllt werden, daß es so geschehen müsse? In derselben Stunde sagte Jesus zu den Schaaren: Wie zu einem Mörder seid ihr ausgezogen mit Schwertern und Prügeln, um mich zu fangen. Täglich saß ich bei euch und lehrte und ihr habt mich nicht ergriffen. Dies Alles aber ist geschehen, damit die Schriften der Propheten erfüllt würden. Dann verließen ihn alle Jünger und flohen.

Jene aber, welche Jesum ergriffen hatten, führten ihn zu Kaiphas, dem Hohenpriester, wo die Schriftgelehrten und Aeltesten sich versammelt hatten. Petrus aber folgte ihm von ferne bis in den Vorhof des Hohenpriesters, und ging hinein und setzte sich nieder bei den Dienern, um den Ausgang zu sehen. Die Hohenpriester nun und der ganze Rath suchten falsches Zeugniß wider Jesum, damit sie ihn zum Tode überliefern könnten; und sie fanden keines, obwohl viele falsche Zeugen aufgetreten waren. Zuletzt aber kamen zwei falsche Zeugen und sprachen: Dieser hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes abbrechen und nach drei Tagen ihn wieder aufbauen. Da stand der Hohepriester auf und sprach zu ihm: Antwortest Du nichts auf das, was diese gegen Dich zeugen? Jesus aber schwieg. Und der Hohepriester sprach zu ihm: Ich beschwöre Dich bei dem lebendigen Gotte, daß Du uns sagest, ob Du Christus, der Sohn Gottes, bist. Jesus aber sprach zu ihm: Du hast es gesagt! Ich sage euch aber: Von nun an werdet ihr den Menschensohn zur Rechten der Kraft Gottes sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gelästert! WAs haben wir noch Zeugen nöthig? Siehe, nun habt ihr die Kästerung gehört. Was dünket euch? Sie aber antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig! Dann spieen sie in sein Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten, Andere aber gaben ihm Backenstreiche in sein Angesicht und sprachen: Weissage uns, Christus, wer ist’s, der Dich geschlagen hat?

Petrus aber saß draußen im Hofe und eine Magd trat zu ihm und sprach: Du warest auch bei Jesu, dem Galiläer. Er aber leugnete vor Allen und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst. Als er aber zur Thüre hinaus ging, sah ihn eine andere Magd und sprach zu denen, die da waren! Auch dieser war bei Jesu, dem Nazarener. Und er leugnete abermals mit einem Schwure: Ich kenne den Menschen nicht. Und nach einer kleinen Weile traten die Umstehenden hinzu und sagten zu Petrus: Wahrlich, du bist auch Einer von denen; denn auch deine Sprache macht dich kennbar. Darauf fing er an zu fluchen und zu schwören, daß er diesen Menschen nicht kenne. Und alsbald krähte der Hahn. Da erinnerte sich Petrus des Wortes Jesu, das er gesagt hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.

Als es aber Morgen ward, hielten alle Hohenpriester und Aeltesten des Volkes Rath wider Jesum, um ihn zum Tode zu überliefern. Und sie führten ihn gebunden und übergaben ihn dem Landpfleger Pontius Pilatus. Da nun Judas, der ihn verrathen hatte, sah, daß er zum Tode verurtheilt war, reuete es ihn, und er brachte die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und Aeltesten zurück und sprach: Ich habe gesündigt, daß ich unschuldiges Blut verrathen habe. Sie aber sprachen: Was geht das uns an? Sieh’ du zu. Da warf er die Silberlinge in den Tempel hin, entwich, ging hin und erhenkte sich mit einem Stricke. Die Hohenpriester aber nahmen die Silberlinge und sprachen: Es ist nicht erlaubt, sie in den Tempelschatz zu werfen; denn es ist Blutgeld. Als sie nun Rath gehalten hatten, kauften sie damit den Acker eines Töpfers zum Begräbnisse für die Fremdlinge. Deßwegen heißt derselbe Acker Hakeldama, das ist, der Blutacker, bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllt worden, was durch den Propheten Jeremias gesagt wurde, da er sprach: Sie nahmen die dreißig Silberlinge, den Preis des Geschätzten, welchen sie gekauft hatten vono den Söhnen Israels und gaben sie für den Acker eines Töpfers, wie mir der Herr befohlen hat.

Jesus aber stand vor dem Landpfleger und der Landpfleger fragte ihn und sprach: Bist Du der König der Juden? Jesus sprach zu ihm: Du sagst es! Und als er von den Hohenpriestern und Aeltesten angeklagt wurde, antwortete er nichts. Da sprach Pilatus zu ihm: Hörst Du nicht, welch’ große Dinge sie wider Dich bezeugen? Und er antwortete ihm auf kein Wort, so das der Landpfleger sich sehr verwunderte.

Es war aber gebräuchlich, daß der Landpfleger auf den hohen Festtag dem Volk einen Gefangenen losgab, welchen sie wollten. Nun hatte er damals einen berüchtigten Gefangenen, der Barabbas hieß. Da sie also versammelt waren, sprach Pilatus: Welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe? Den Barabbas oder Jesum, der Christus genannt wird? Denn er wußte, daß sie ihn aus Neid überantwortet hatten. Als er aber auf seinem Richterstuhle saß, schickte sein Weib zu ihm und ließ sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten, denn ich habe heute seinetwegen im Traume viel gelitten. Allein die Hohenpriester und Aeltesten beredeten das Volk, daß sie den Barabbas begehren, Jesum aber tödten lassen sollten. Und der Landpfleger entgegnete und sprach zu ihnen: Welchen von Beiden wollet ihr frei für euch haben? Sie aber sagten: Den Barabbas. Pilatus sprach zu ihnen: Was soll ich denn mit Jesus machen, der Christus genannt wird? Da riefen Alle: Er soll gekreuzigt werden! Der Landpfleger sagte zu ihnen: Was hat er denn Böses gethan? Sie aber schrieen noch mehr und sprachen: Er soll gekreuzigt werden.

Als nun Pilatus sah, daß er nichts ausrichtete, sondern der Lärm größer wurde, nahm er Wasser, wusch seine Hände vor dem Volke und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten, sehet ihr zu! Und das ganze Volk antwortete und sprach: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder! Alsdann gab er ihnen den Barabbas los; Jesum aber, nachdem er ihn hatte geißeln lassen, übergab er ihnen, auf daß er gekreuzigt würde.

Darauf nahmen die Soldaten des Landpflegers Jesum zu sich in das Richthaus, und versammelten um ihn die ganze Schaar. Und sie zogen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel um, und flochten eine Krone von Dörnern, setzten sie auf sein Haupt und gaben ihm ein Rohr in seine rechte Hand. Und sie bogen das Knie vor ihm, verspotteten ihn und sprachen: Sei gegrüßt, Du König der Juden! Sie spieen ihn auch an, nahmen das Rohr und schlugen sein Haupt damit. Und nachdem sie ihn verspottet hatten, nahmen sie ihm den Mantel ab, zogen ihm seine Kleider an und führten ihn fort, um ihn zu kreuzigen.

Indem sie aber hinaus gingen, trafen sie einen Mann von Cyrene, mit Namen Simon; diesen nöthigten sie, sein Kreuz zu tragen. Und sie kamen an den Ort, welcher Golgatha, das ist Schädelstätte, genannt wird. Da gaben sie ihm Wein, der mit Galle vermischt war, zu trinken. Und als er denselben gekostet hatte, wollte er ihn nicht trinken. NAchdem sie ihn aber gekreuzigt hatten, theilten sie seine Kleider und warfen das Loos darüber, damit erfüllet würde, was durch den Propheten gesagt wurde, der da sprach: Sie haben meine Kleider unter sich vertheilt und über mein Gewand das Loos geworfen. Und sie stzten sich und bewachten ihn. Oben über seinem Haupte hefteten sie schriftlich die Ursache seines Todes an: Dieser ist Jesus der König der Juden. Es wurden auch damals zween Mörder mit ihm gekreuzigt, einer zur Rechten und der andere zur Linken.

Die aber vorüber gingen, lästerten und schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Ei Du, der Du den Tempel Gottes zerstörest und ihn in drei Tagen wieder aufbauest, hilf Dir selbst; wenn Du der Sohn Gottes bist, steig’ herab vom Kreuze. Gleicherweise spotteten sein auch die Hohenpriester sammt Schriftgelehrten und Aeltesten und sprachen: Anderen hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen. Ist er König von Israel, so steig’ er nun herab vom Kreuze, und wir wollen an ihn glauben. Er hat auf Gott vertraut, der erlöse ihn nun, wenn er ein Wohlgefallen an ihm hat; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Dasselbe warfen ihm auch die Mörder vor, die mit ihm gekreuzigt wurden.

Von der sechsten Stunde aber bis zur neunten ward eine Finsterniß über die ganze Erde. Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lamma sabacthani? Das ist: Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen? Etliche aber, die da standen und dies hörten, sprachen: Dieser ruft den Elias. Und alsbald lief Einer von ihnen, nahm einen Schwamm, füllte ich mit Essig, steckte ihn an ein Rohr und gab ihm zu trinken. Die Uebrigen aber sprachen: Halt, wir wollen sehen, ob Elias komme, ihn zu retten. Jesus aber rief abermals mit lauter Stimme und gab den Geist auf.

Hier unterbricht der Vortragende seine Lesung, um durch eine feierliche Kundgebung des Schmerzes den Tod des Erlösers der Welt zu ehren. Die ganze Versammlung kniet nieder und verharrt eine Zeit lang schweigend in dieser Stellung. An vielen Orten ist es auch üblich, daß man sich zu Boden wirft und demüthig die Erde küßt. Der Diakon nimmt dann seine Erzählung wieder auf.

Und siehe, der Vorhang des Tempels zerriß von oben bis unten in zwei Stücke; die Erde bebte und die Felsen spalteten sich; die Gräber öffneten sich und viele Leiber der Heiligen, die entschlafen waren, standen auf. Und sie gingen nach seiner Auferstehung aus den Gräbern, kamen in die heilige Stadt und erschienen Vielen. Da nun der Hauptmann und Jene, die bei ihm waren und Jesum bewachten, das Erdbeben und das, was geschehen war, sahen, erschracken sie sehr und sprachen: Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen! Es waren auch viele Frauen da, die von ferne zusahen, die Jesu aus Galiläa nachgefolgt waren, um ihm zu dienen. Unter diesen war Maria Magdalena, Maria, Jakobus’ und Joseph’s Mutter, und die Mutter der Söhne des Zebedäus. Als es nun Abend geworden war, kam ein reicher Mann von Arimathäa, mit Namen Joseph, der auch selbst ein Jünger Jesu war. Dieser trat zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. Da befahl Pilatus, daß man den Leichnam ausliefere. Und Joseph nahm den Leib, wickelte ihn in reine Leinwand und legte ihn in sein neues Grab, welches er in einem Felsen hatte aushauen lassen, wälzte einen großen Stein vor die Thüre des Grabes und ging weg. Es waren aber daselbst Maria Magdalena und die andere Maria und saßen dem Grabe gegenüber.

Damit die Tagesmesse nicht des wesentlichen Ritus beraubt sei, welcher in der feierlichen Lesung des Evangeliums besteht, so dient der noch folgende Theil der Leidensgeschichte als Evangelium. Der Diakon tritt deßhalb wieder an den Altar und empfängt dort das Rauchfaß und, wie dies beim Evangelium üblich ist, den Segen des Priesters. Darauf begibt er sich wieder an den Lesepult und beräuchert das Evangelium. Doch wird er dabei nicht von den Akolythen mit brennenden Kerzen begleitet. Er trägt dann den Schluß der evangelischen Erzählung, wie folgt, vor:

Des anderen Tages nun, der auf den Rüsttag folgt, versammelten sich die Hohenpriester und Pharisäer bei Pilatus und sprachen: Herr, wir haben uns erinnert, daß jener Verführer, als er noch lebte, gesagt hat: Nach drei Tagen werde ich wieder auferstehen! Befiehl also, daß man das Grab bis auf den dritten Tag bewache, damit nicht etwa seine Jünger kommen, ihn stehlen und dem Volke sagen: Er ist von den Todten auferstanden! und so der letzte Irrthum ärger würde, als der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Ihr sollet eine Wache haben; gehet, haltet Wache, wie es euch dünkt. Sie aber gingen hin, verwahrten das Grab mit Wächtern und versiegelten den Stein.

Das Offertorium bringt uns eine neue Prophezeiung Davids; sie meldet die gänzliche Verlassenheit, in welcher sich der Messias während seines Todeskampfes befindet. Sie schildert weiter die grausame Bosheit seiner Feinde, welche dem Hungernden Galle und dem Dürstenden Essig anboten. So handelte man gegen Jenen, der uns seinen Leib als Nahrung und sein Blut als Trank darreichte.

Offertorium.

Mein Herz ist gewärtig der Schmach und des Elends. Ich erwarte, ob Einer mittraure und es ist Keiner; ob Einer tröste und ich finde Keinen. Und sie geben mir zur Speise Galle; und in meinem Durste tränken sie mich mit Essig.

Das Stillgebet erfleht von Gott zu Gunsten seiner Diener die doppelte Frucht des Leidens Jesu Christi: für die Zeit die Gnade und für die Ewigkeit die Herrlichkeit.

Stillgebet.

Verleihe, wir bitten Dich, o Herr, daß die Gabe, die wir den Augen deiner Majestät darbringen, uns die Gnade der Andacht erlange und den Besitz der ewigen Seligkeit gewähre. Durch Jesum Christum, unseren Herrn. Amen.

In der Antiphon der Communion gedenkt die Kirche, welche soeben im Kelche des Heils das Leben Christi geschöpft, jenes anderen Kelches, den Christus trinken mußte, um uns den Trank der Unsterblichkeit zu erringen.

Communion.

Mein Vater, ist es nicht möglich, daß dieser Kelch an mir vorüber gehe, ohne daß ich ihn trinke, so geschehe dein Wille.

Die heilige Kirche schließt ihre Gebete in dem eben dargebrachten Meßopfer mit der Bitte, um Nachlaß der Sünden für alle ihre Kinder und um Befriedigung ihres Verlangens, an der glorreichen Auferstehung des Gottmenschen Theil zu haben.

Postcommunio.

Gib, o Herr, daß durch die Wirkung dieses Geheimnisses unsere Sünden getilgt und unser Verlangen nach Gerechtigkeit gestillt werde. Durch Jesum Christum, unseren Herrn. Amen.

[Quelle: Das Kirchenjahr von Dom Prosper Guéranger, Abt von Solesmes; Sechster Band: Die Passions- und die Charwoche; Mainz 1877; S. 232-251]

Dom Guéranger zum Palmsonntag (3/5)

Die Palmenprozession.

Nachdem der Priester den Weihrauch gesegnet, welcher nach dem Brauche der Kirche den Weg, den eine Prozession durchzieht, stets reinigen und durchduften muß, wendet sich der Diakon zum Volke und gibt das Zeichen zum Auszug mit den Worten:

Laßt uns in Frieden wandeln.

Der Chor antwortet:

Im Namen Christi. Amen.

Nun beginnt die Prozession auszuziehen, wobei jeder Theilnehmer seinen Palmzweig in den Händen trägt. Der Chor singt dabei zu Ehren Jesu, des Königs von Israel, die folgenden Antiphonen:

Antiphon.

Als der Herr sich Jerusalem nahte, sandte er zwei Jünger ab und sprach zu ihnen: Gehet in den Flecken, der euch gegenüber liegt, und ihr werdet alsbald das Füllen einer Eselin angebunden finden, auf welchem noch Niemand gesessen; machet es los und führet es zu mir. Wenn Jemand euch fragt, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer. Da machten sie es los und führten es zu Jesus, und sie legten ihre Kleider darauf, und er setzte sich auf dasselbe. Viele aber breiteten ihre Kleider auf den Weg, Andere hieben Zweige von den Bäumen und die nachfolgten, schrieen: Hosanna! Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hochgelobt sei das Reich unseres Vaters David! Hosanna in der Höhe! Erbarme Dich unser, Sohn Davids!

Antiphon.

Als das Volk gehört hatte, daß Jesus nach Jerusalem komme, nahmen sie Palmzweige, gingen ihm entgegen und riefen: Dieser ist’s, der zum Heile des Volkes kommt, dieser ist unser Heil und die Erlösung Israels! Wie groß ist er, dem die Thronen und Herrschaften entgegen kommen! Fürchte dich nicht, Tochter Sions! Siehe, dein König kommt zu dir, sitzend auf dem Füllen einer Eselin, wie geschrieben steht. Sei gegrüßt, König und Schöpfer der Welt, der Du gekommen bist, um uns wieder zu erkaufen!

Antiphon.

Sechs Tage vor dem Osternfeste, als der Herr in die Stadt Jerusalem kam, gingen ihm die Kinder entgegen und trugen Palmzweige in den Händen und riefen mit lauter Stimme: Hosanna in der Höhe! Gesegnet, der Du kommst in der Fülle deiner Barmherzigkeit! Hosanna in der Höhe!

Antiphon.

Mit Blumen und Palmen eilen die Schaaren dem Erlöser entgegen, und zollen würdige Huldigungen dem triumphirenden Sieger; den Sohn Gottes preisen die Völker und zum Lobe Christi schallen die Stimmen bis über die Wolken: Hosanna in der Höhe!

Antiphon.

Mit den Engeln und Kindern lasset uns, ihr Gläubigen, uns vereinen und dem Ueberwinder des Todes zurufen: Hosanna in der Höhe!

Antiphon.

Die große Schaar, welche zu dem Feste zusammen gekommen war, rief dem Herrn: Gesegnet, der da kommt im Namen des Herrn! Hosanna in der Höhe!

Die Prozession hat inzwischen ihren Weg vollendet und schickt sich wiederum an, nach der Kirche zurück zu gehen. Allein sie findet bei ihrer Rückkehr die Pforte verschlossen, und wir haben bereits […] die Bedeutung dieses geheimnißvollen Umstandes auseinander gesetzt. Plötzlich erschallen Stimmen im Inneren des Gotteshauses: dieselben begrüßten Christum als König und Erlöser; sie bedeuten die Stimmen der heiligen Engel, welche die Ankunft Jesu im ewigen Jerusalem preisen. Außerhalb der Kirche wiederholt der Chor diese Thriumphlieder; aber das sind die Stimmen auf Erden, welche nur den Einzug des Sohnes Davids in das irdische Jerusalem besingen. Es entspinnt sich ein Wechselgesang zwischen den beiden Chören, wovon der eine innerhalb, der andere außerhalb der Kirche sich befindet. Inzwischen bleiben die Thüren immer noch verschlossen bis zu dem Augenblicke, wo endlich das siegreiche Kreuz die Pforten, worunter die Himmelspforten zu verstehen sind, gewaltsam öffnet und so der streitenden Kirche einen Weg bahnt, um sich mit der triumphirenden Kirche zu vereinigen. Die von beiden Chören gesungene Hymne hat Theodulf, den Bischof von Orleans, zum Verfasser. Dieselbe stammt aus der Zeit, da er auf Befehl Ludwigs des Frommen in Angers gefangen gehalten wurde. Die römische Kirche entnahm dem Gedicht die ersten sechs Distichen, um bei dem Zusammentreffen beider Chöre gesungen zu werden und hat dadurch den Namen des Verfassers unsterblich gemacht.

Die Sänger innerhalb der Kirche singen die erste Strophe, welche der Chor außerhalb sowohl bei dieser, wie bei den anderen Strophen als Refrain wiederholt.

Hymnus.

Lob sei Ehre und Ruhm Dir, Christus, König, Erlöser,

Dem Hosannagesang schallet aus kindlichem Mund.

Lob sei Ehre u. s. w.

Du, Israels Fürst und Davids ruhmvoller Sprößling,

Kommst im Namen des Herrn als ein Gesalbter zu uns.

Lob sei Ehre u. s. w.

Herr, Dich lobet die Schaar der Seligen hoch in dem Himmel

Und der sterbliche Mensch, alles Erschaffene zugleich.

Lob sei Ehre u. s. w.

Mit der Palme geschmückt, zog Judas Volk Dir entgegen;

Siehe, mit Hymne und Fleh’n nahen wir bittend nun Dir!

Lob sei Ehre u. s. w.

Dir, dem Tode geweiht, erschallet Israels Loblied,

Dir, dem Sieger, erklingt lauterer Jubelgesang.

Lob sei Ehre u. s. w.

Jene gefallen Dir, Herr! Dir gefalle auch unsre Verehrung! –

König, so gnädig und mild, dem alles Gute gefällt.

Lob sei Ehre u. s. w.

Sobald der letzte Refrain verhallt ist, schlägt der Subdiakon mit dem Stabe des Kreuzes an die Pforte, worauf diese auf der Stelle sich öffnet. An einigen Orten vollzieht der celebrirende Priester diesen geheimnisvollen Akt, wobei er den 23. Psalm spricht. In diesem Liede preist David den Einzug des Erlösers im Himmel im Augenblicke seiner glorreichen Himmelfahrt.

Die Prozession kehrt in die Kirche zurück, wobei folgendes Responsorium gesungen wird.

Responsorium.

Als der Herr in die heilige Stadt einzog, riefen die Kinder der Hebräer, Vorboten der Auferstehung des Lebens, mit Palmen in den Händen: Hosanna in den Höhen!

Als das Volk vernommen, daß Jesus nach Jerusalem komme, zog es ihm entgegen.

Mit Palmen in den Händen riefen sie: Hosanna in den Höhen!

[Quelle: Das Kirchenjahr von Dom Prosper Guéranger, Abt von Solesmes; Sechster Band: Die Passions- und die Charwoche; Mainz 1877; S. 227-232]