Theodor Fontane: Frühling

Am letzten Tag im März, da das Fest der Auferstehung des Herrn unmittelbar vor der Tür steht, aber die Trauer über das Kreuzesopfer noch überwiegt, möge sich der Leser am schönen Gedicht „Frühling“, verfasst von Theodor Fontane, ein wenig erfreuen.

Frühling

Nun ist er endlich kommen doch
In grünem Knospenschuh;
„Er kam, er kam ja immer noch“
Die Bäume nicken sich’s zu.

Sie konnten ihn all erwarten kaum,
Nun treiben sie Schuß auf Schuß;
Im Garten der alte Apfelbaum
Er sträubt sich, aber er muß.

Wohl zögert auch das alte Herz
Und athmet noch nicht frei,
Es bangt und sorgt: „es ist erst März
Und März ist noch nicht Mai.“

O schüttle ab den schweren Traum
Und die lange Winterruh,
Es wagt es der alte Apfelbaum,
Herze, wag’s auch Du.

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