Dom Guéranger zum Sonntag in der Octave von Christi Himmelfahrt (3/3)

Zur Vesper.

Antiphon zum Magnificat.

Dieses habe ich zu euch geredet, damit, wenn die Stunde kommt, ihr euch daran erinnert, daß Ich es euch gesagt habe, Alleluja.

Gebet.

Allmächtiger, ewiger Gott! verleihe uns, daß unser Wille dem deinen stets ergeben und unser Herz dem Dienste deiner Majestät in aller Aufrichtigkeit stets geweiht sei. Durch Jesum Christum, unseren Herrn. Amen.

Bringen wir nun dem triumphirenden Jesus die schöne Hymne dar, welche die Kirche am Himmelfahrtsfeste uns während der ganzen Octave bei der Matutin anstimmt. In kraftvollem Schwunge entwickelte sie das ganze Geheimniß und zeigt uns dabei, wie die lateinische Christenheit im Alterthume ihre Gefühle vor dem gegenwärtigen verherrlichten Erlöser auszudrücken verstand.

Hymnus.

Erhabner Fürst der Ewigkeit,
Der von der Sünde uns befreit,
Dem die besiegte Todesmacht
Den herrlichsten Triumph gebracht!

Du fährst zum Himmel segnend auf,
Hoch über aller Sterne Lauf;
Zum Herrscherthrone rief Dich ab
Die Macht, so Dir der Vater gab.

Dir ist das Weltall unterthan;
Dich beten alle Himmel an;
Dir beugt sich, was auf Erden ist,
Dir, was die Hölle in sich schließt.

Die Engel tiefanbetend seh’n
Der Menschheit Wiederaufersteh’n;
Wir sündigten: Du machst uns rein;
Das Reich, o Gott und Mensch, ist dein!

Dir schlägt das Herz im Hochgefühl;
Du unserer Sehnsucht höchstes Ziel!
Durch den sich alle Welten dreh’n:
Lehr’ uns der Erde Luft verschmäh’n!

Wir flehen, Herr! zu deiner Huld:
Vergib all’ unsre Sündenschuld!
Und zieh’ zu Dir das schwache Herz
Durch deine Gnade himmelwärts.

Und kommst Du einst, o Gottes Sohn,
Als Richter auf dem Wolkenthron’:
Dann tilg’ die ungebüßte Schuld,
Gib die verlorne Gnadenhuld!

Preis Dir, der herrlich überwand,
Den thronend zu der rechten Hand,
Mit deinem Vater und dem Geist,
Der Ewigkeiten Loblied preist.
Amen.

Schließen wir mit dem folgenden Gebet aus dem mozarabischen Brevier.

Gebet.

Unser Erlöser und Herr, der Du zum Himmel auffahrend Dich den Augen der Zuschauenden in deiner Verklärung gezeigt und nach deiner Auffahrt verheißen hast, daß Du zum Gerichte kommen werdest, laß uns das heutige Fest deiner Himmelfahrt mit reinem und andächtigem Herzen begehen, damit unser Leben durch Dich allzeit zum Besseren sich erhebe und wir Dich bei deiner Ankunft zum Gerichte ohne Furcht schauen mögen. Amen.

[Quelle: Das Kirchenjahr von Dom Prosper Guéranger, Abt von Solesmes; Neunter Band: Die österliche Zeit; Mainz 1880; S. 146-148]

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