Kevelaerer Kreuzweg: 11. Station

Elfte Station.

Jesus wird an das Kreuz genagelt.

V. Wir beten Dich an, Herr Jesus, und preisen Dich!

R. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöset.

Betrachtung. Während man das Kreuz bereitet, fällt Jesus vor demselben auf seine Kniee und weiht sich dem himmlischen Vater zum blutigen Opfertode für unsere Sünden. Dann bietet er freiwillig seine Hände und Füße den Peinigern zur Kreuzigung dar. Der erste Hammerschlag fällt. Hoch auf springt das Blut und färbt die Hand des Schergen. Betrachte die entsetzlichen Nägel, höre die dumpfen Hammerschläge, siehe wie ein Strom von Blut nach dem andern in die Höhe springt, schaue die durchbohrten Hände und Füße, die Zuckungen der ausgespannten Glieder, beachte noch den teuflischen Spott und Hohn der Juden. Wenn selbst dem Kräftigsten schon das plötzliche Zusammenziehen eines einzigen Nervs, das Verrenken des kleinsten Gliedes eine Ohnmacht bereiten kann: was mag der so zart gestaltete Leib des Heilandes hierbei gelitten haben?

Anmutung. O Seele, dies alles leidet der Heiland in Gegenwart seiner schmerzerfüllten Mutter aus reinster Liebe zu dir, um dich zu retten. O meine Seele, wie hoch ist dein Wert! Siehe, das kostbare Blut des grausam an das Kreuz genagelten Gottessohnes ist das Lösegeld. Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber Schaden leidet an seiner Seele? Rette deine Seele!

Gebet. Ach, mein Erlöser, wie weit geht doch Deine Liebe zu mir! Fortan soll die Welt mir und ich der Welt gekreuzigt sein. Ich will meine Seele retten, koste es, was es wolle. Laß doch Dein kostbares am Kreuze vergossenes Blut an mir nicht verloren gehen. Bewahre mich doch, daß ich nicht durch neue Todsünden Dich abermals kreuzige, daß ich von jetzt an meine Hände nie zur Sünde mißbrauche, und meine Füße immerdar den Weg Deiner Gebote wandeln. O Jesus, ziehe mich mit unauflöslichen Banden an Dich, noch fester, als die Nägel Dich an dem Kreuzesbalken hielten. In Deinen Wunden laß mich Zuflucht und Ruhe finden. Amen.

V. Gekreuzigter Herr Jesus!

R. Erbarme Dich unser.

Barmherzigkeit, mein Jesus!

Trösterin der Betrübten, Mutter der gekreuzigten Liebe, lasse nicht zu, daß ich Jesum jemals wieder durch neue Sünden kreuzige, und bitte für mich, daß ich meine Glieder fortan nur zum Dienste Gottes gebrauche.

„Heilige Mutter, drück die Wunden,
Die Dein Sohn für mich empfunden,
Tief in meine Seele ein.“

Süßes Herz Mariä, sei meine Rettung! (300 Tage Ablaß.)

Vater unser … Gegrüßet seist Du …

[Quelle: Via dolorosa! Schmerzensweg unseres Herrn oder Kreuzwegbüchlein nebst Andacht zu den sieben Schmerzen Mariä, besonders zum Gebrauche der Pilger in Kevelaer. Von Professor Dr. Bernh. Schäfer; Kevelaer 1911; S. 20-22]

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